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Was ist Hipster?

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Wer ist dieser Cro? Und wer ist dieser Hipster? Ist das Thema nicht schon so 2010? Nimmt man es genau, ist die Bezeichnung schon so 30er-Jahre. Seit dieser Zeit setzte man sich mit dem Begriff Hipness, von Spießern, den Konventionellen und Konservativen ab, die ja alle so square und langweilig waren. Der Ur-Ausdruck Hipster ist älter als deine Eltern, und war damals wie heute so dehnbar und missverständlich wie kaum eine andere Randgruppenbezeichnung.

Die Hipster der 40er, trugen anders als das aktuell geltende Klischee mit Hornbrille, Röhrenjeans und Jutebeutel – eine Baskenmütze, schwarze Kleidung und schwarze Sonnenbrillen und sahen aus wie Ray Charles. Zu Hipstern wurden sie nicht durch ihre Kleidung, sondern durch ihr Bestreben sich zwanghaft vom Normalbürger abzuheben. Einziger Unterschied zur Gegenwart – das daraus resultierende Massenphänomen blieb damals aus.

Die Geschichte der Hipster ist so ironieträchtig wie deren derzeitiger Ruf. So war in den 60er-Jahren im Sprachgebrauch der Hipster “Hippie” die Bezeichnung für einen Möchtegern-Hipster. Klingelts? Eine weitere interessante Wortschöpfung der damaligen Bohème – welche sich aus kleinen Gruppen von Außenseitern vom Rest der Gesellschaft abgrenzte – war, das Wörtchen cool. Heißt das nun im Umkehrschluss, dass jeder der heute cool sagt hip ist? Ist auf Hipster zu schimpfen hipstermäßig? Oder sind wir alles Hipster, da wir auf Grundlagen dieser ehemals coolen Randgruppe leben?

Der US-amerikanische Soziologe und Mitbegründer der Occupy-Bewegung in New York Mark Greif, trifft es meiner Meinung nach auf den Punkt. Hipster gab es schon immer. Die Optik und das Auftreten sind Nebenprodukte der jeweiligen Popkultur. Das Interesse des Hipsters gilt vorrangig seinem eigenen Ego. Er versucht sich zwangsweise von der Masse abzuheben und wird dadurch selbst zum Massenphänomen – wo er doch eigentlich so einzigartig sein wollte.

Das Schlusswort und die traurige Wahrheit. Ein Hipster ist nichts weiter als ein Möchtegern-Avantgardist, und diese gab es schon immer. Solltest du damals als einziger in deiner Schulklasse, in neongrünen Schlaghosen zu Rave getanzt, oder das Taschengeld deiner Oma in Baggy-Jeans investiert haben, weil 2Pac dich so outlawmäßig inspirierte, ja – dann warst auch du ein Möchtegern-Avantgardist, ein Hipster. Der Begriff ist uralt. Und das was gerade mit Jutebeutel und Schnauzbart auf der Straße rumläuft, ist nichts weiter als eine Modeerscheinung, die sich am White Trash der 90er orientiert und sich revidiert, sobald diese ihren zyklischem Wandel durchlaufen hat.

Falls dein Weltbild nun zerstört ist, dir das zu viel war und du vergeblich Nicki Minaj oder One Direction in diesem Artikel gesucht hast – dann schau dir am besten die 10 Fakten über Hipster von Anita an. Mehr musst du sowieso nicht wissen.

Aufmacherfoto: Hipster Trap, Aaron Glazer

Johannes
Ein Beitrag von Johannes

Johannes Eich (27) Art Director und Publizist. Steht auf Gin und Altbau. Internetsüchtig im fortgeschrittenen Stadium. Wischt sich mit Hipstern den Arsch ab. Ist selbst einer.

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