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Kokowääh 2

Review Film

Oder: KeinOhrKokowäähKükenDingens 2

Quiz: Sepiastichiger Farbfilter, kerniger Kerl mit Machoallüren, süßes Mädchen mit großer Klappe, emanzipierte Frau die dem kernigen Kerl die Leviten liest und dazu knallige Popsongs mit Close-Up-Zeitlupe. Um welchen Film geht es? A) KeinOhrHasen B) Kokowääh C) ZweiOhrKüken D) Kokowääh 2? Richtig, es ist weder A, B, C oder D – sondern E: Alle Antworten sind richtig.

Seit 7. Februar kocht das Kokowääh 2 über die Leinwände der deutschen Kinos. Schon im Trailer zum Film konnte man erahnen was auf einen zukommen würde. Zur Pressevorführung war natürlich nur ein ausgewählter Kreis Journalisten eingeladen. Das fanden wir ganz schoen haesslich! TROTZDEM haben wir uns die Sitze der lokalen Filmpaläste geklemmt und wollten eigentlich Tilschweigen bewahren – EIGENTLICH!

Story

Am Ende von Kokowääh tollte Kuckuckskind Magdalena (Emma Schweiger) mit zwei Vätern, zwei Müttern und knalliger Popmusik durchs Bild. Jetzt, zwei Jahre später hat sich der Alltag zwischen Ludo und Anna – pardon, Filme verwechselt – Henry (Til Schweiger) und Katharina (Jasmin Gerat) eingeschlichen. Als diese die Stubsnase voll hat, beschließt Sie auszuziehen. Magdas Ziehpappa Tristan (Samuel Finzi) hingegen hat sein Vermögen in alternative Energie (Kuhscheiße!) fehlinvestiert und beschließt bei Henry einzuziehen. Was folgt sind…

Review

…Situationen, welche einem verdächtig bekannt vorkommen. Spätestens nachdem das zweite Mal Person X auf Person Y prallt, nach einem kurzen Wortwechsel Szenen wie aus einem Musikvideo über die Leinwand flimmern und in anrührenden Close-Up-Zeitlupen enden, ja spätestens dann erkennen wir das Problem. Ein Deja Vù jagt das andere und lässt leider nur einen Schluss zu: Hier wird lieber Altbewährtes verbraten, als neue Wege zu beschreiten. Die Figuren sind austauschbar. Damit meine ich nicht, dass der Cast nicht gut wäre. Keiner spielt einen Til Schweiger besser als ein Til Schweiger und das gleiche gilt für den abstrusen Auftritt von Matthias Schweighöfer, der diesmal tatsächlich sich selbst spielt und damit die Metaebene quasi aufbricht. Stichwort „brechen“.

Der Schnitt. Wo Rezensionen – natürlich von Kritikern die persönlich von Schweiger zum Pressescreening geladen wurden – von einem hohen inszinatorischen Tempo sprechen, wird jeder ohne Scheuklappen vor den Pupillen bemerken dass der Cutter offensichtlich betrunken oder auf Droge war um derart konfus, hektisch und wortwörtlich taktlos zu schneiden. Weg von der technischen Umsetzung, bleibt kaum noch etwas zu rezensieren. Beziehungsweise – und unsere Stammleserschaft möge uns verzeihen – wir weigern uns schlicht und einfach. Ja, es gibt was zu schmunzeln. Ja, der Schweiger-Nachwuchs ist reizend. Nein, man hat sein Geld nicht verschwendet wenn Ihr ihn besucht. Aber unter der Prämisse, wie Til Schweiger zur Presse steht, sind wir einfach nicht gewillt mehr Worte über diesen Streifen zu verlieren.

Fazit

Alles Standard. Standard-Musik. Standard-Story. Standard-Review. Wer Lust auf KeinOhrHasen 4 mit anderen Namen hat geht rein, isst sein Popcorn und freut sich über einen zweistündigen Popmusik-Mash-Up in Sepia, mit Knuddelattitüde.

In diesem Sinne, unspektakuläres Cheerio und viel Spaß bei Eurem nächsten Film

Robert
Ein Beitrag von Robert

Journalistik-Student mit Cinemacke. Erfolgloser Poet, teilbegabter Schreiberling, amateurhafter Filmemacher, schlechter Financièr, glücklich deprimierter Single, phlegmatischer Wirbelwind und fauler Wannabe-Streber.

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