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Das neue Moholy-Nagy Direktorenhaus

BauhausBeton Architektur

Wenn du das Bauhaus kennst und durch deutsche Vorstädte läufst, kannst du nur mit dem Kopf schütteln. Bereits 1919 haben Architekten des Bauhauses futuristische Flachdach-Häuser gebaut, die selbst heute noch nachgeahmt werden – unsere architektonische Landschaft spiegelt das leider nicht wieder.

Schuld daran sind unter anderem die Nationalsozialisten, die das Bauhaus als entartete Kunst bezeichneten. Trotzdem konnte sich das Bauhaus in großen Teilen bis heute erhalten und ist weltweit bekannt für funktionsorientiertes Design. Meister der unterschiedlichen Gewerke versammelten sich im Bauhaus um Dinge zu entwickeln, die uns den Alltag erleichtern.

Bauhaus Dessau

Die Meister des Bauhauses lebten in den Meisterhäusern in Dessau. Bekannte Künstler, wie der Gründer des Bauhauses Walter Gropius, Wassily Kandinsky oder Paul Klee wohnten in einer kreativen Siedlung, die von der Stadtgemeinde 1925 in Auftrag gegeben wurde.

Bei einem alliierten Luftangriff 1945 wurde das Direktorenhaus getroffen und erst jetzt nach einem Entwurf von Bruno Fioretti Marquez neu errichtet. Es ist aber kein einfacher Nachbau geworden. Der Grundriss ist geblieben, im Inneren des Meisterhauses wurde jedoch auf einzelne Elemente verzichtet.

Als Hinweis darauf, dass dies eine Interpretation des alten Moholy-Nagy Direktorenhauses ist, wurden die Außenwände aus Leichtbeton gefertigt und die Glasscheiben so beschichtet, dass nur ein gedämpftes Licht eindringen kann.

Bauhaus Direktorenhaus

Wenn du jetzt noch mehr erfahren möchtest, hier die wichtigsten Fakten zum Bauhaus:

Gründung und Verfolgung

Walter Gropius wird 1919 Direktor und gründet das Staatliche Bauhaus in Weimar. Bereits 1926 zieht das Bauhaus nach Dessau aufgrund politischem Druck rechtsextremer Anhänger. Das Bauhaus in Dessau wurde von 1925 bis 1926 nach Entwürfen von Gropius neu errichtet und als Staatliche Hochschule von Anhalt anerkannt.

Der Grundgedanke

Das „Staatliche Bauhaus“ war vom Gründer Walter Gropius als eine Arbeitsgemeinschaft gedacht. Es war ein Gegenentwurf zum Historismus, denn es sollte experimentell eine neue Formensprache entwickelt werden.

Werkbund

Der Werkbund war eine Vereinigung von Künstlern, Architekten, Unternehmern und Sachverständigern. Schon vor dem 1. Weltkrieg wurden mit der Gründung des Werkbundes Begriffe wie „Sachlichkeit“, „Zweckhaftigkeit“, „moderner Zweckstil“ und „Industrial Design“ propagiert.

Die Neue Sachlichkeit

Die Schwerpunkte der Neuen Sachlichkeit waren das Arbeits- und Alltagsleben der Menschen in den Großstädten. Die Neue Sachlichkeit war eine Abgrenzung vom Expressionismus und eine Abkehr vom Jugendstil. Es herrschte eine nüchterne Sprache in der Literatur, den Filmen und der Fotografie. Im Mittelpunkt stand oft die Gesellschaftsanalyse und vorallem die Bedürfnisse der Menschen.

Das Bauhaus Manifest

Gropius als Architekt, war der Bau zum Wohle der Gesellschaft am wichtigsten. Er verfasste das Bauhaus Manifest.

„Das Endziel aller bildnerischen Tätigkeit ist der Bau.[…] Architekten, Bildhauer, Maler, wir alle müssen zum Handwerk zurück. […]
Der Künstler ist eine Steigerung des Handwerkers.“

Meisterhäuser

Neben dem Bauhaus in Dessau gab es die Meisterhäuser. Sie wiesen die typischen Eigenschaften der Bauhaus Architektur auf. Die kubische Bauweise, die Flachdächer, der Stahlbeton, die großen Fensterreihen sowie die Farbkonzepte des Bauhauses.

Aufbau des Studium

Das Studium wurde in 3 Abschnitte gegliedert:

  • Vorlehre: ein halbes Jahr Formunterricht und Materialübungen
  • Werklehre: Wahl zwischen verschiedenen Lehrwerkstätten und Lehrern
  • Baulehre: Mitarbeit am Bau mit bedingungsabhängiger Dauer

Abschluss

Als Abschluss bekam man einen Meisterbrief der Handwerkskammer, bei besonderer Begabung den Meisterbrief des Bauhauses und konnte danach selbst am Bauhaus unterrichten.

Das Ende des Bauhauses

1932 kommt die NSDAP in Sachsen-Anhalt an die Macht und schließt das Bauhaus. Der Versuch von Ludwig van der Rohe es nach Berlin zu retten schlug fehl, da der Druck der NSDAP zu groß wurde.


Weitere Informationen und aktuelle News findest du auf www.bauhaus-dessau.de. Wenn du aus Stuttgart kommst, solltest du unbedingt der Weißenhofsiedlung unbedingt einen Besuch abstatten.

© Bilder von Sebastian Gündel und Christoph Rokitta

Pierre
Ein Beitrag von Pierre

Digital Native und Querdenker. Großgezogen von Sega Megadrive und David Hasselhoff sind seine Texte eine Mélange aus Halbwahrheiten und Inspiration für dein kreatives Dasein.

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Bauhaus Meisterhäuser