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Impressionen aus Rio de Janeiro

Cityguide Reisen

Rio ist schoenhaesslich. Eine Stadt mit einer so wundervollen Lage, verteilt auf einer Hügelkette und trotzdem so verdammt heruntergekommen, dass die schönsten Bauwerke ein paar übriggebliebene Altbauten aus der Kolonialzeit sind.

Der erste Eindruck

Ist der eines Dritt­welt­landes. Vom Flughafen Galeão bis zu unserer Unterkunft in Lapa, sieht man ein verwahrlostes Gebäude nach dem anderen – Apocalypse now. Doch der erste Eindruck ist nicht nur negativ. Die Gastfreundschaft der Brasilianer ist hervorragend und für Künstler, speziell für Graffiti-Liebhaber, ist Rio de Janeiro ein Paradies.

Lapa

Kann man als ein Viertel zum abends Weggehen bezeichnen. Viele einladende Bars auf engem Raum und nicht weit entfernt von unserem Lieblingsviertel Santa Teresa. Gleich feiern gehen oder erst einmal das Pflichtprogramm?

Rio de Janeiro

Corcovado

Jesus Christ! Du kannst den Berg zu Fuß, per Bus oder mit der Zahnradbahn erklimmen. Letzteres ist wohl die traditionellste Variante und insofern du genügend Vertrauen in die marode Technik der Bahn hast, geht es in 15 Minuten bergauf. Die kühle Luft bei einem Cerveja auf der Restaurant-Terrasse, sind eine gute Erholung nach dem Aufstieg. Diese Aussicht kann nur ein zweiter Berg toppen – der Zuckerhut.

Jesus Statue auf dem Corcovado

Pao de Arquaa

Selbst Supermärkte in Rio sind nach dem Hügel benannt. Mit der Seilbahn geht es erst auf einen kleineren Ableger der Berggruppe und dann hinauf an den Platz mit der schönsten Sicht auf Rio überhaupt.

Tipp: Du willst mit einem Helikopter über die Stadt flattern? Am ersten Zwischenstopp gibt es eine Landeplattform. Für eine gute Tour musst du 600 Real, also ca. 200 € pro Person einplanen.

Aussicht vom Zuckerhut

Die Strände

Oft besungen und wunderschön. Wenn du das nötige Kleingeld hast, bist du natürlich direkt dort eingecheckt.

Copacabana

Barry Manilow hat sie besungen und wir während unserem Ausflug nach Amsterdam in einer Karaoke-Bar zum besten gegeben. Die Copacabana ist aufgrund ihres Bekanntheitsgrad und ihrer Lage recht überfüllt. Die Preise für Getränke, Snacks sowie Sonnenstühle und Sonnenschirme sind aber überall ungefähr gleich und fair.

Tipp: Eine Straße tiefer ins Stadtinnere findest du oft einen Supermercato, der deutlich günstiger ist als die Stände am Strand. Eins, zwei Dosen Brahma, Cola und ein paar Kekse machen den Strandaufenthalt zum kleinen Picknick.

Copacabana

Ipanema

Unser Lieblingsstrand und die absolute Empfehlung, wenn du auf der Suche nach Designerläden bist. Der Strand von Ipanema ist dem offenen Ozean am stärksten zugewandt und entsprechend rau. Du hast also richtiges Urlaubsfeeling und deutlich mehr Freiraum am Meer.

Abhängig davon, wo dein Hotel stationiert ist, kann die Anreise etwas länger dauern, aber die 10 Minuten Wartezeit lohnen sich. Ipanema hat sich gemacht und fühlt sich fast amerikanisch an. Sogar ein Nike-Store wartet dort auf dich.

Strände in Rio de Janeiro

Tipp: Steige die erste Busstation am See aus und laufe Richtung Küste. Du merkst dann von selbst, wenn du auf der Shooping-Meile bist und kannst sie hochlaufen.

Flamengo

Nicht nur ein Tanz, sondern auch ein Strand Nahe des kleinen Flughafens Santos Dumont. Man kann dort prima den Flugzeugen beim Starten und Landen zusehen oder dem Militärdenkmal einem Besuch abstatten. Ansonsten ist der Strand eher leer und aufgrund der Bucht weniger attraktiv.

Tipp: Egal für welchen Strand du dich entscheidest, gönne dir einen Sonnenschirm. Für 5 Real ein wahrer Segen, vor allem während der Mittagszeit.

Treppe

Genug gestrandet? Wie bereits berichtet sind wir in Lapa untergekommen und genau dort in der Nähe des Aquädukt befindet sich die Escadaria Selarón. Eine Treppe aus tausenden farbigen Fliesen. Jeder Treppenabschnitt mit seiner eigenen Geschichte. Eine schöne Fotolocation und der Aufstieg zu unserem Lieblingsviertel: Santa Theresa.

Escadaria Selarón Rio de Janeiro

Santa Teresa

Früher war der Aufstieg nicht so mühsam. Das Wahrzeichen des auf einem Hügel gelegenen Szeneviertels ist eine bunte Straßenbahn im San Francisco Style. Seit einem Unfall wird die Strecke allerdings repariert, es wird wohl noch einige Zeit dauern bis die sogenannte Bonde wieder Fahrgäste mitnehmen kann. Bist du einmal angekommen findest du viele kleine Bars und Restaurants mit tollen Ambiente.

Bonde Santa Teresa Rio de Janeiro

Tipp: Besuche Santa Teresa an einem Samstag Nachmittag. Kleine Märkte haben geöffnet und die Einwohner tümmeln sich auf den Straßen, Essen, Trinken und genießen das Leben.

Bar do Mineiro Santa Teresa

So viele Eindrücke auf den Punkt zu bringen, ist nicht einfach. Hier noch ein paar Dinge, die du unbedingt gesehen oder probiert haben musst:

Bus fahren in Rio

Hate it or love it – es gibt nichts Kaputteres als mit dem Bus durch Rio zu brettern. Fahrkartenautomat? Bist du louco? Für drei Real bringen dich die Busfahrer soweit du willst auf ihrer Strecke und das mit Höchstgeschwindigkeit. Schla – Schla – Schlaglöcher inklusive.

Bus fahren in Rio de Janeiro

Märkte

Wenn du irgendwo einen Markt siehst, geh hin! Nirgendwo findest du bessere einheimische Spezialitäten als dort. Pastel und etwas Saft aus Zuckerrohr mit Limetten – Obrigado!

Rio de Janeiro Markt

Pastel

Yummie. Die Brasilianer lieben Teigtaschen in verschiedenen Variationen mit Carne oder Quejio der perfekte Snack für den kleinen Hunger zwischendurch.

Feijoada

Wo wir gerade beim Essen sind. Ein absolutes Muss in Rio de Janeiro ist die Feijoada. Ein Eintopf aus verschiedenen Fleischsorten wird serviert mit Reis, einer Art Gries und speziellen Gemüse. Oft gibt es dazu frittierten Speck.

Traditionelles Gericht in Brasilien - Fejoada

Tipp: Ihr seid zu Zweit unterwegs? Dann bestellt euch eine Portion und zwei Teller. Die Portionen in Brasilien sind so großzügig, dass wir oft so bestellt haben.

Biere

The bigger the better. Die Brasilianer bestellen sich gern große 600 ml Flaschen. Die Flasche kommt im Bierkühler und mit einem 100 ml Glas. So trinkt es sich angenehm und man kann es auch gut mit Freunden teilen. Unsere Favoriten sind Brahma und Bohemia.

Brasilianische Biere

Schwarzbier, Gorgonzola und Nüsse

Die Gastfreundschaft der Brasilianer hatten wir bereits erwähnt und so staunten wir nicht schlecht, als uns in einer der Jazz-Bars alle möglichen Leckereien ausgegeben wurden. Leicht malziges Schwarzbier, dazu kleine Häppchen Gorgonzola und Nüsse mit Kräutern. An dieser Stelle Grüße an den netten Kerl aus Blumenau – die deutscheste Stadt Brasiliens.

Schwarzbier, Gorgonzola und Nüsse

Caipirinha Limão

Um den kulinarischen Ausflug abzuschließen: Der beste Caipi ist der Caipirinha Limão und in unser Lieblingsbar Bar do Mineiro bekommst du den Cachaça auch to go im Plastikbecher.

Caipirinha Limão

Havaianas

In Rio oft gesehen, am Strand ein Must-Have. In den Original-Havaiana-Stores findest du unzählige flippige Flipp-Flopps für deinen gechillten Freiluftfuß.

Tipp: Die normalen Varianten findest du oft auch in Supermärkten zu einem deutlich besseren Preis.

Die Bildung in Brasilien

Englisch

Não. Die Armut in Brasilien hat einen Grund und das ist die schlechte Bildung. Nur sehr selten wirst du einen Einheimischen treffen, der Englisch spricht oder versteht. Besser du lernst schnell die wichtigsten Vokabeln auf portugiesisch.

So, jetzt ist es aber genug mit den Reiseinfos. Schließlich willst du ja auch noch selbst etwas erkunden. Zum Beispiel das Samba do Castelo, wo die Wägen für den Karneval in Rio gebaut werden, die Favelas mit Tour-Guide oder das berühmte Stadion Maracanã.

Grüße aus Rio de Janeiro

Rio ist auf jeden Fall eine Reise Wert, auch wenn es anfangs ein kleiner Kulturschock ist. So viele neue Eindrücke sind unbezahlbar.

Viel Spaß in Brazil. Ciao!

Pierre
Ein Beitrag von Pierre

Digital Native und Querdenker. Großgezogen von Sega Megadrive und David Hasselhoff sind seine Texte eine Mélange aus Halbwahrheiten und Inspiration für dein kreatives Dasein.

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