Published on // By Pierre

Im Rausch durch Tokio

CityguideJapanTokio Reisen

Reisetipps für Japan

Wenn du Tokio das erste Mal besuchst, bist du überwältig von der schieren Größe dieser Weltstadt: Flächenmäßig im inneren Kern zwar nur halb so groß wie Rio de Janeiro, leben hier dennoch fast 15.000 Einwohner auf einem Quadratkilometer.

Die Höhe der Wolkenkratzer lässt dich Tokio mit New York City vergleichen und wenn du in Shibuya ein gelbes Taxi in deinem Augenwinkel aufblitzen siehst, denkst du sogar einen Moment du wärst in der Stadt, die niemals schläft.

Das Herz Japans ist der erste Punkt auf unserer Reise durch das Land der untergehenden Sonne und je nachdem wo du deinen Städtetrip startest, prasselt die absolute Reizüberflutung auf dich hinein. Ein regelrechter Entdeckungsrausch setzt ein und von selbstgemachten Nudeln bis Cosplay Girls läuft dir so ziemlich alles über den Weg.

Für Tokio solltest du dir mindestens drei Tage Zeit nehmen und wir haben dir hier die schoenhaesslichsten Ziele und Tipps zusammengefasst:

Tag 1: Kulturschock

Um dich mit dem Tokio Way of Life richtig anzufreunden und den bestmöglichen Kulturschock zu erfahren startest du am besten an der Metro-Haltestelle Harajuku. Kaum ausgestiegen prangert das riesige Tor mit der Aufschrift Takeshita Street vor deinen Augen.

Takeshita Street in Tokio

Takeshita Street

Pinke Haare, hohe Schuhe, kurze Röcke. Läden mit einem Duzent Fotoautomaten in denen sich Mädchen mit ihren virtuellen Stars ablichten lassen. Wenn du Harajuku bestehend aus Zuckerwatte und glitzernden Einhörnern durchschritten hast, landest du direkt im Manhattan Tokios.

Meiji Dori

In Meiji Dori findest du die abgefahrensten Designer-Läden und mehr als nur die üblichen Verdächtigen. Für die USA-Fans gibt es einen American Eagle und die Fans ausgefallener Mode sollten unbedingt den Issey Miyake Stores einen Besuch abstatten.

Alice on Wednesday

Tipp: Besuche Alice on Wednesday. Folge dem weißen Hasen direkt durch eine kleine Eingangstür und fühle dich wie verzaubert. Die Grinsekatze leuchtet dir den Weg zum Hutmacher und vielleicht willst du mit der Raupe ja einen durchziehen.

Shibuya

Wenn du deinen Shopping-Rausch hinter dich gebracht hast, darfst du dich nun direkt in Richtung Shibuya begeben.

Dort wartet auf dich eine, wenn nicht sogar die, belebteste Kreuzung der Welt. Im Minutentakt überqueren hier tausende Menschen die Straße und vor allem bei Nacht bietet Shibuya ein unglaubliches Flair.

Tipp: Shibuya ist aufgefächert und bietet viele interessante Ecken. Wenn du noch Power hast, besuchst du am besten die Cat Street und schlenderst gemütlich durch die hippe Gegend und lässt dir eines der belieben Hummer-Brötchen schmecken.

Cat Street Shibuya

Weniger Kraft aber Hunger? Ein beliebtes Themenrestaurant, von denen es in Tokio einige gibt, ist das Robot Restaurant in Shinjuku. Zwischen Lasern und Roboter genießt du kleine Snacks und fragst dich ob der Spielautomat um die Ecke gerade zum Leben erweckt ist. Eher laut, nicht lässig.

Tag 2: Gambling Tempel Regenbogen Sushi

Wie der Titel schon sagt, hat es dieser Tag in sich, aber du wirst am Ende dieses kulturellen Marathons ein breites Lächeln auf deinem Gesicht haben. Je nachdem wie nerdy du bist, brauchst du vielleicht auch einen ganzen Tag in Akihabara – it’s a free country.

Akiba

Wenn du dich bereits ein wenig durch Tokio bewegt und vielleicht einen der Spiele-Tempel betreten hast, dann weißt du, was dich in Akiba erwartet. Im internationalen Epizentrum für Spiele, Comic und Cosplay klingelt und blinkt es an jeder Ecke.

Tokio Akihabara

Das Yodobashi, Sofamap, Mandarake, Maidreamin. Wir konnten sogar eine der neuen Oculus Rift testen. In Sachen Maid Cafés hatten wir leider Pech und standen vor verschlossenen Türen, aber du solltest es dir keinesfalls entgehen lassen, dich von unterwürfigen Japanerinnen im Haushälterinnen-Kostüm bedienen zu lassen.

Tipp: An der Suehirocho direkt nach unten Richtung Yodobashi, findest du unter der Brücke eine Passage mit ausgefallenen Läden namens 2k540. Dort kannst du zum Beispiel Holzprodukte individuell per Lasergravur beschriften lassen.

2k540 Akiba

Laufstark? Unterschätze nicht die Strecke, die zwei U-Bahn-Stationen in Tokio auseinander liegen können – diese Stadt ist wie gesagt riesig. Völlig gaga von dem Gedröhne der Spielautomaten, wird es nun Zeit für die traditionellen Werte Japans.

Asakusa Tempel

Weihrauch, Hakenkreuz und Keksmaschinen. Es erwartet dich der größte Lampignon der Welt, den du unbedingt an der Unterseite berühren solltest, denn es bringt Glück. Aber erschrick nicht – das goldene Hakenkreuz hat sich Hitler nur aus dem Buddhismus geklaut: Es ist eigentlich ein Sonnenrad.

Asakusa Tempel Tokio

Beim Erreichen von Asakusa wirst du wahrscheinlich erst einmal die Menschenmassen wahrnehmen und dann feststellen, dass es hier einen wundervollen Markt gibt, der sich von einem Tor zum nächsten zieht und neben selbstgemachten Keksen, grünen Tee und andere skurrile Köstlichkeiten anbietet.

Den Tempel selbst kannst du kostenlos betreten und zuschauen, wie die schön gekleideten Frauen in ihren Kimonos für ihre Glückseligkeit beten und im Nebel des Weihrauch Hakenkreuze verbrennen – göttlich.

Asakusa Tempel

Völlig überwältigt von dem Spektakel läuft du am besten Richtung Flussufer und genießt bei einem Café den Ausblick auf den Tokyo Skytree. Falls du einen Überblick von Tokio bekommen möchtest, kannst du natürlich auch hinauf fahren, eine kostenfreie Option, bietet dafür aber auch das Tokyo Metropolitan Government Building in Shinjuku.

Diesen Tag solltest du aber anders abschließen – sicherlich bist du schon hungrig. Wenn du dich das Ufer weiter nach unten, Richtung Fernsehturm bewegst, triffst du auf eine Anlegestelle. Jup, jetzt geht es direkt an den Hafen, genauer gesagt darüber hinaus.

Fähre nach Odaiba

Odaiba

Die Skyline von Tokio im Blick erlebst du auf der Fähre nach Odaiba im besten Fall den Sonnenuntergang. Beleuchtete kleine Boote, die Wolkenkratzer und Vanilla Sky im Hintergrund – absolut romantisch.

Doch es wird noch besser: Auf Odaiba angekommen, begibst du dich in das Kaufhaus in der gegenüberliegenden Straße und schreibst dich am besten sofort für einen Platz im Sushi Restaurant mit Blick auf die Rainbow Bridge ein. Während die Warteliste sich verkürzt, vertreibst du dir deine Freizeit am besten mit ein paar Retro-Games ein Stockwerk tiefer.

Zurück kommst du mit dem Zug an der Tokyo Teleport Station.

Godzilla

Tag 3: Fisch Godzilla Ginza

Kann der letzte Tag noch getoppt werden? Es wird schwierig, aber wir versuchen es und starten früh am Morgen – wie es sich für einen echten Seemann gehört.

Tsukiji-Fischmarkt

In jedem Reiseführer dick markiert und das nicht ohne Grund. Tonnen von Eis, Fisch und emsige Arbeiter, die hier ihr täglich Brot mit Fisch verdienen – beeindruckend. Aber beginne deine Entdeckungstour, nicht auf dem kleinen Markt davor, sondern direkt in der großen Fischhalle weiter hinten – dort werden die wirklich großen Deals gemacht.

Tsukiji-Fischmarkt

Tipp: Stehe nicht im Weg herum und lasse dich nicht umfahren. Die Arbeiter haben nur wenig von den interessierten Blicken der Touristen, schließlich kaufen hier Großhändler ein. Nimm Rücksicht und watch your step.

Falls du gestern Abend noch kein Sushi genossen hast, dann ist jetzt der Zeitpunkt um das nachzuholen, denn auf dem Fischmarkt vor der Halle gibt es tatsächlich den frischsten Fisch der Stadt. Wir hatten an diesem Tag eine andere kulinarische Delikatesse auf dem Speiseplan.

Monja Godzilla

Monjayaki steht groß auf unserer fragenden Stirn, als wir durch Tsukishima irren und nach 15 Minuten Fußweg hatten wir unser Ziel erreicht. In einer Hinterstraße, der Nishinaka Dori, auch bekannt als Monja Street, fanden wir eines der typischen japanischen Restaurants für diese Spezialität, die hier erfunden wurde.

Monjayaki

Du ziehst deine Schuhe aus und setzt dich mit deinem Gegenüber an eine im Tisch integrierte Kochplatte, wählst die Monja deines Vertrauens und lässt dir den Pfannkuchen aus den ausgesuchten Zutaten direkt vor deinen Augen zubereiten.

Die schärfste Variante heißt Monja Godzilla und auch hier merkt man, wie Comic und Fantasy im täglichen Leben der Japaner manifestiert ist. Über fünfzig Prozent der gekauften Bücher in Japan sind Mangas.

Mit der Kraft dieses mächtigen Essens entlassen wir dich nun in die Freiheit. Was fängst du mit dem angebrochenen Tag noch an? Du könntest:

  • in Ginza shoppen gehen
  • einen Sumo-Kampf in Ryogoku anschauen (frühe Reservierung online nötig)
  • Kabukichō, Tokios Rotlicht- und Bar-Viertel unsicher machen
  • dir im Ueno-Park das Baseball-Training anschauen

und sicherlich gibt es den ein oder anderen Punkt, den wir hier vergessen haben. Schließlich sollst du Tokio selbst entdecken. Unsere Lieblingsspots bekommst du ganz oben in diesem Beitrag noch einmal als Karte zusammengefasst.

Urlaub in Tokio

Dieser Beitrag ist ein Teil unseres Japan-Specials. Viel Spaß beim Entdecken.

Pierre
Ein Beitrag von Pierre

Digital Native und Querdenker. Großgezogen von Sega Megadrive und David Hasselhoff sind seine Texte eine Mélange aus Halbwahrheiten und Inspiration für dein kreatives Dasein.

Weitere Beiträge von Pierre lesen
Kommentar hinzufügen

Deine E-Mail-Adresse wird nie veröffentlicht oder geteilt.