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Über einen wachsenden Trend – Hörbücher

Laerm

Einfach mal darauf achten – beim Lesen “hören” wir praktisch unsere eigene Stimme in unseren Köpfen. Lesen ist gewissermaßen immer auch Vorlesen. Wir lesen uns selbst vor. Dabei lässt sich die eigene Stimme bei zunehmend vielen Büchern durch andere, wohl bekannte Stimmen ersetzen. Hörbücher werden nicht allein und insbesondere nicht unrechtens mit ihren deutschen Sprechern beworben.

Wer schon mal in das eine oder andere Hörbuch hinein gelauscht hat wird beispielsweise sicherlich schon die bekannte Stimme David Nathans erkannt haben, der als Synchronsprecher Schauspielern wie Johnny Depp oder Christian Bale seine Stimme verleiht.

Nathan ist vor allem in den Segmenten Hörbuch-Thriller und Hörbuch-Horror gefragt und stürzt sich insbesondere mit Vorliebe auf die Werke des Autors Stephen King. Auch Nana Spier, der deutschen Stimme von Sandra Bullock und Drew Barrymore (u.a.) hat einen hohen Wiedererkennungswert. Diese Liste ließe sich beliebig lang fortführen – unabhängig von der Stimme geht es dabei aber vor allem darum, dass man uns beim Genuss von Hörbüchern das Lesen abnimmt.

Zweifellos hat das physische Buch, das wir in den eigenen Händen halten, dessen Seiten wir umblättern und mit verkrampft gespreizten Fingern davon abhalten sich selbst wieder zurück zu blättern, das wir riechen und fühlen können, einen vielseitigen Charme der sich durch nichts ersetzen lässt. Nicht zuletzt die zahlreichen öffentlichen Diskussionen um die befürchtete Ablösung des klassischen Buchs durch das moderne Ebook arbeiten diese Einzigartigkeiten heraus. Dabei muss jedoch stets angemerkt werden, dass niemand ein Interesse daran hat, das Buch in seiner traditionellen Erscheinungsform abzuschaffen. Ebooks und ebenso Hörbücher sind schlicht Konsumalternativen derselben Inhalte.

Über einen wachsenden Trend - Hörbücher

Einen Unterschied dazu bilden Hörspiele. Originalhörspiele werden dabei derlei Produktionen genannt, die nicht auf einer literarischen Vorlage basieren. Auf der anderen Seite finden sich viele Hörspiele, die Umsetzungen von Romanen oder anderen Schriften darstellen. Hörspiele haben häufig ein Ensemble aus Sprechern, die jeweils verschiedene Rollen vertonen. Darüber hinaus wird sehr viele mit Musik und Geräuscheffekten gearbeitet. Auch die Darstellung von Dialogen ist lebensnäher und natürlicher, als bei Hörbüchern. Hörspielen liegt wohlgemerkt jedoch inne, dass sie im Regelfall die literarische Vorlage stark kürzen, während Hörbücher die 1:1 Wiedergabe des Niedergeschriebenen gewährleisten.

Aber für wen sind Hörbücher letztendlich attraktiv? So seltsam es klingt: Im Grunde genommen für alle, die gern Lesen. Das Hörbuch nimmt uns das Lesen ab und ermöglicht uns das Hören. Wir können unsere Lieblingswerke als bequem über das Smartphone oder den MP3-Player hören und damit praktisch überall. Auf dem Weg zur Uni, zur Arbeit, im Fitnessstudio, etc. Wie gesagt – Hörbücher ersetzen unsere eigene Stimme, der wir beim Lesen folgen, durch eine andere.

Wie stark der Markt bereits abgedeckt wird zeigen Anbieter wie Audible. Das Tochterunternehmen von Amazon bietet Neukunden die Möglichkeit an ihr Angebot für 30 Tagen zu testen und ein gratis Hörbuch zu erhalten. Mit über 150.000 Titeln, die auf dem Portal zur Verfügung stehen, lässt sich da etwas für jeden Geschmack und noch so nischige Genreinteresse finden. Letztendlich werden die klassischen Buchversionen in gedruckter Form in absehbarer Zeit wohl eher nicht verschwinden. Eine willkommene Alternative bieten Hörbücher jedoch allemal.

Johannes
Ein Beitrag von Johannes

Johannes Eich (27) Art Director und Publizist. Steht auf Gin und Altbau. Internetsüchtig im fortgeschrittenen Stadium. Wischt sich mit Hipstern den Arsch ab. Ist selbst einer.

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