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Eine Kaffeemaschine macht noch keinen Barista

Lifestyle

Der Barista, so die professionelle Bezeichnung für denjenigen, der Kaffee zubereitet, ist inzwischen aus keinem Café mehr wegzudenken. Ganze Ketten von Bars haben sich allein der Kaffeekultur verschrieben – natürlich braucht es da kundige Kräfte, die sich mit Röstungen, Sortenreinheit, Anbaugebieten und der Zubereitungsweise auskennen. Denn der Kaffee in Deutschland kommt längst nicht mehr nur aus der Filtermaschine.

Der Barkeeper für den Kaffee

Als Barista wird im deutschsprachigen Raum bezeichnet, wer sich in einem Restaurant oder einem Café um den Kaffee kümmert und ihn zubereitet. Aber der aus dem Italienischen stammende Begriff bezeichnet eigentlich die Thekenkraft ganz allgemein, die Person, die (und das ist aus dem englischen Sprachraum übernommen) normalerweise Barkeeper genannt wird. Um die Kaffeekunst vom allgemeinen Zubereiten von Getränken abzugrenzen, beschäftigt sich der im englischen Sprachgebiet tätige Barista tatsächlich nur mit der Zubereitung von Kaffeegetränken. Da die Deutschen die Berufsbezeichnung Barista aus dem englischen Sprachraum übernommen haben, bezieht sie sich auch hier nur auf den Kaffeekoch.

Ein Handwerk, das man lernen kann

Ganz allgemein muss der Barista wissen, wie man die meist recht teuren und komplizierten Espressomaschinen bedient und wartet. Er muss die unterschiedlichen Kaffeespezialitäten samt Herkunft kennen, sie zubereiten können und damit in den meisten Fällen auch die Kunst des Milchschaums beherrschen. Das heißt, dass die für einen Café Latte aufgeschäumte Milch nicht nur einfach in das Kaffeeglas gegossen wird, sondern beim Gießen mit dem Espresso zusammen Muster und Motive bildet. Allein die Zubereitung des Milchschaums stellt schon eine kleine Wissenschaft dar.

Ausbildung oder Weiterbildung?

Barista ist kein Ausbildungsberuf mit Tradition in Deutschland. Es gibt keine Vorschriften, wie viele Jahre Gastronomieerfahrung, welche Kurse an beruflichen Schulen et cetera nötig sind, um sich Barista nennen zu dürfen. Aber es gibt doch die Möglichkeit, eine ein- oder mehrtägige Weiterbildung zum Barista zu absolvieren und sich die erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten per Zertifikat bestätigen zu lassen. Angeboten werden diese Kurse in ganz unterschiedlicher Intensität unter anderem von der Kaffeeakademie von Tchibo Coffee Service, aber auch private Initiativen, Kaffee-Akademien und andere Einrichtungen bieten die ein- oder mehrtägige Fortbildung an. Natürlich kann hier gewählt werden, ob man sich eher theoretisch in Sachen Kaffeewissen fortbilden will, oder ob die handwerkliche Seite von größerem Interesse ist.

Über die Grenzen Deutschlands hinaus

In Europa herrschen ganz unterschiedliche Ansichten, wie ein Kaffee denn überhaupt schmecken sollte, wie er serviert wird, und was einen guten Service in Sachen Kaffeekultur ausmacht. Um diese Vorstellungen alle im Rahmen der europäischen Freizügigkeit unter einen Hut zu bringen, hat sich Speciality Coffee Association of Europe (SCAE) gebildet. Dieser lockere Zusammenschluss von Kaffeebar-Betreibern, Röstereien, Ausrüstern und Importeuren in Sachen Kaffee hat ein Zertifizierungsprogramm aufgelegt, das in drei verschiedenen Stufen eine fundierte Ausbildung zum Barista vorsieht. Die erste Stufe wird bereits nach sechs Monaten Tätigkeit erlangt und endet damit, dass sich der oder die Zertifizierte Barista nennen darf. Die nächste Stufe setzt ein Jahr Berufserfahrung voraus und endet mit der Berufsbezeichnung Certified Barista. Darauf baut der Certified Master Barista mit einer zweijährigen Berufserfahrung auf. Allerdings bietet die SCAE selbst keine Schulungen an, sondern lässt diese von Partnern und Unternehmen anbieten. Daher sind Preise, Dauer der einzelnen Workshops und auch die Inhalte nicht einheitlich. Die Barista Ausbildung bei Tchibo Coffee Service ist also letzten Endes auch eine SCAE-Ausbildung – genau damit wirbt Tchibo Coffee Service.

Fotonachweis: pixabay.com CC0 Public Domain | Freie kommerzielle Nutzung | Fotograf: Unsplash

Johannes
Ein Beitrag von Johannes

Johannes Eich (27) Art Director und Publizist. Steht auf Gin und Altbau. Internetsüchtig im fortgeschrittenen Stadium. Wischt sich mit Hipstern den Arsch ab. Ist selbst einer.

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