Klein, brutal, gutaussehend und ungebunden – Sennheiser MOMENTUM True Wireless

Laerm

Ahh, da ist das gute Stück! Endlich halten wir die Sennheiser MOMENTUM True Wireless wieder in den Händen. Unseren ersten Kontakt hatten wir auf der IFA 2018 (Link zum Artikel). Nun durften wir erneut Ohr anlegen und die kabellosen Premium-Kopfhörer ausgiebig testen.

Sennheiser Momentum True Wireless

Look and Feel

Kleider machen Leute, fangen wir rein oberflächlich an. Die Kopfhörer befinden sich in einem grauen, mit robustem Textil überzogenem Gehäuse. In welches man mit einem magnetischen Schließmechanismus – auch einhändig – an den wertvollen Inhalt gelangt. Das Gehäuse bietet gleichzeitig Schutz und Ladefunktion über vergoldete Kontakte. Im Inneren des hochwertigen Gehäuses befinden sich die Earpieces, die ebenfalls mit vergoldeten Kontakten, magnetisch im Case fixiert werden.

Sennheiser Momentum True Wireless

Sound

Nach dem problemlosen Pairing über Bluetooth mit dem iPhone sind die Kopfhörer startklar. Wir gönnten uns vor der Hörprobe noch die aktuelle Firmware, die ebenfalls kinderleicht über die App installiert wurde. Kommen wir jetzt endlich zum Sound: Sennheisers audiophiler 7mm Treiber (das was den Schall wandelt) erzeugt erstaunlichen Druck in dem kleinen In-Ear-Gehäuse. Unser ungeübtes Ohr hört sofort einen signifikanten Qualitäts-Unterschied verglichen mit den Apple AirPods. Gerade die Höhen und Mitten sind deutlich präziser. Beim Bass müssen die Kopfhörer jedoch richtig sitzen, verlieren sie etwas halt im Ohr, geht auch der Bass verloren.

Sennheiser Momentum True Wireless

Komfortzone

Apropos Halt im Ohr. Die im Zubehör enthaltene Silikon-Ohradapter helfen dir dabei, dass dies eben nicht passiert, und die Teile richtig sitzen. Zudem schirmen die Silikon-Pads die Außengeräusche ab. Denn, die Earpieces verfügen zwar nicht über aktives Noise Cancelling, blockieren aber passiv so gut wie alle Störgeräusche. So gut, dass es im Verkehr (zum Beispiel mit dem Fahrrad) zu gefährlich wird. Willst du trotzdem etwas von deiner Umgebung hören, kannst du das Transparent Hearing aktivieren und verpasst auch Durchsagen am Bahnhof nicht so einfach.

Sennheiser Momentum True Wireless

Touch me Baby

Das Touch funktioniert sehr intuitiv. Linkes Ohr lauter, rechtes Ohr leiser – that’s it. Je ein Finger auf beide Seiten und halten… pairing activated. So muss das. Mikrofonöffnungen sorgen für die Headset-Funktionen, Stimmerkennung und, wie bereits erwähnt: Transparent Hearing. Per Touch können mittels Tippen auch Anrufe angenommen, die Musik pausiert oder ein digitaler Assistent aufgerufen werden.

Sennheiser Momentum True Wireless

Mehr Saft für Kraft

Im Gegensatz zu vielen Mitstreitern unterstützen die MOMENTUM True Wireless – wie auch die MOMENTUM 2 Wireless – das Übertragungsformat apt-X. Einer der großen Vorteile von aptX liegt in der hohen Geschwindigkeit des Codecs, was eine entscheidende Rolle spielt. Denn der bisherige Standard-Codec SBC ist langsam und benötigt mehr Strom. Ergo mehr Sound bei längerem Vergnügen. Im Ladeetui können die Stöpselakkus zwei Mal aufgeladen werden, so dass sich eine Laufzeit von insgesamt 12 Stunden ergibt.

Sennheiser Momentum True Wireless

Equalizer

Was wir auf der Messe noch nicht testen konnten, war der Equalizer. Dieser ist nun im Appstore verfügbar und kommt mit der Smart Control App. Mit dieser steuerst du die Transparent Hearing-Modi – also, wie du Umgebungsgeräusche hören willst. Darüber hinaus steuerst du die Sprachmeldungen oder die Smart-Pause-Einstellungen.

Sennheiser Momentum True Wireless

Fazit

Kommen wir erst zum Preis. Die Kopfhörer sind ab 299,00 Euro erhältlich. Der Preis ist hoch, jedoch gemessen an seiner günstigeren Konkurrenz in Sachen Tonqualität, Tragekomfort und Verarbeitung gerechtfertigt. Die einzige Sorge die wir uns machen ist das Stoffgehäuse. Hier werden wir erst im Langzeittest sehen, in welcher Form sich das Textil in den nächsten Monaten und Jahren verfärben, verändern und verschmutzen wird. In den kurzen Wochen der Testzeit haben uns die „Sennis“ jeden Tag begleitet und mit Musik versorgt. Wir kamen in keine Akkunot und waren stets von nervigen Umgebungsgeräuschen abgeschirmt, wenn wir es wollten. Kurzum: in love with a piece of hardware.

Johannes
Ein Beitrag von Johannes

Johannes Eich (28) Art Director und Publizist. Steht auf Hotdogs und Altbau. Internetsüchtig im fortgeschrittenen Stadium. Wischt sich mit Hipstern den Arsch ab. Ist selbst einer.

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