By Marcel

Wie war eigentlich die Welt vor dem Smartphone?

Tag

Könnt ihr euch noch an die Zeit ohne Handys erinnern? Richtig, natürlich nicht. Auf den weltweiten Siegeszug der Mobiltelefonie lange vor unserer Zeit folgte eine zweite mobile Revolution durch das Aufkommen des Smartphones. Selbst die Erinnerungen daran, wie es vor diesem zweiten Entwicklungsschub gewesen ist, beginnen allmählich bei den ersten zu verblassen.

Frage dich beim Lesen dieses Artikels auf deinem Smartphone oder Tablet doch einmal, wie es eigentlich gewesen ist, als man sich noch von A nach B begeben musste, um Geld gegen Waren und Dienstleistungen einzutauschen.

Ob es das Erwerben von Konsumgütern ist zu, das Buchen von Dienstleistungen oder das Erledigen von Bankgeschäften: Praktisch all das ist vom Smartphone aus jederzeit und überall aus machbar. Bald wird es keine bleibende Erinnerung mehr daran geben, wie man all diese Dinge nicht sofort unterwegs oder bequem im heimischen Liegesessel erledigen konnte.

Kann man überhaupt irgendetwas noch nicht online bestellen?

Es dürfte die wenigsten überraschen, dass Mode, Reisen, Videostreaming und Elektronik gemessen an der Kundennachfrage im Onlinehandel ganz vorne mit dabei sind. Heute kann praktisch alles online geschehen:

Man bestellt sich im Onlinekaufhaus eine MicroSD-Karte und lässt sie sich an die nächste Packstation liefern. Vorbei ist die Zeit, in der man sich erst lang und breit alle Vor- und Nachteile in der nächsten Filiale großer Elektronikeinzelhandelsketten erklären lässt, um dann eine Kaufentscheidung zu fällen. Viel schneller kann man die entscheidungsrelevanten Informationen einfach selbst im Internet zusammentragen und sich das Verkaufsgespräch sparen.

Man ordert ein neues Paar Schuhe und zieht sie das erste Mal überhaupt zuhause an der Wohnungstür an, gleich nachdem der Paketbote das Päckchen abgeliefert hat. Die Anprobe im Schuhladen entfällt und sollten die Schuhe wider Erwarten nicht passen, lassen sie sich genauso einfach zurück schicken wie eine MicroSD-Karte.

Man geht auf eine Buchungsplattform für Reisen und bucht einen Urlaubstrip nach Schweden. Das Hotelzimmer, die Fährüberfahrt – alles ist fix und fertig, ohne dass man mit irgendeinem Reisevermittler auch nur ein Wort wechseln musste. Noch vor zehn Jahren lauteten alle wesentlichen Vorhersagen so, dass das klassische Geschäft über das Reisebüro erhalten bleiben wird.

Man möchte sich die neueste Staffel einer weithin bekannten HBO-Serie ansehen. Früher hätte noch der Gang in die Videothek angestanden, um sich – wohlgemerkt erst nach der Ausstrahlung im TV – die DVD-Boxen auszuleihen und sich ein paar gemütliche Fernsehabende zu machen. Die großen Streamingdienste haben die Fernsehlandschaft komplett auf den Kopf gestellt.

Man möchte das Getriebe seines Autos wieder in Ordnung bringen lassen. Mittlerweile reserviert man sich selbst dafür einfach online einen Werkstatttermin und lässt den Wagen zur Reparatur abholen. Das lange Gespräch mit dem Kfz-Mechaniker, in dem man versucht ihn davon zu überzeugen, dass man schon eine Ahnung hat, woran es liegen könnte, ist ebenfalls nicht mehr nötig.

Die Wachstumsschübe, in denen immer mehr Branchen ihre Produkte und Services online anbieten, werden immer kürzer. Und unterdessen verändert sich die Wahrnehmung: Ein großes namhaftes Onlinekaufhaus, dessen Gründung 25 Jahre zurückliegt, ist aus unserer Welt nicht mehr wegzudenken. Welche Onlinedienste werden wohl in zwei, fünf oder zehn Jahren mit völliger Selbstverständlichkeit fester Bestandteil des täglichen Lebens sein?

Bottom caroobi

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Marcel
Ein Beitrag von Marcel

Immer den Finger am Abzug – Fotograf und kreative Seele aus Leidenschaft. Photoshop mit der Muttermilch aufgenommen und Zuhause im urbanen Dschungel.

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